20 Jahre Mauerfall oder Friede, Freude, ...

November 9 2009

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Ja: Eierkuchen! Warum? Lest selbst.

Wenn ich an das Jahr 1989 zurück denke fällt mir immer zuerst der Sommer ein. Im Sommer 1989 war ich mit den Pfadfindern in Ungarn unterwegs. Und alleine die Erlebnisse dieser 3 Wochen würden wahrscheinlich ein ganzes Buch füllen, doch zurück zum Mauerfall.

Die Mauer ist doch aber erst im Herbst 1989 gefallen, was hat das mit dem Sommer zu tun? Ganz einfach. Das was aus diesem Sommer in Ungarn am meisten in meinem Kopf geblieben ist, sind die vielen Trabbis die uns entgegenkamen … und das schön auf dem Weg nach Ungarn in Österreich.

Was viele nicht wissen: Die ungarischen Grenzbeamten hatten schon im Sommer 1989 die informelle “Anweisung” die staatsbürger der Bruderstates “DDR” nicht an der Ausreise aus dem “Ostblock” zu hindern. Was natürlich dazu führte das jeder “Ossi” der davon Wind bekam sein Hab und Gut in sein Plastikvehikel packte und “Urlaub” in Ungarn machte. Um “rüber zu machen”.

Doch ich schweife ab. Zurück zum Eierkuchen. Mit damals 15 Jahren hatte man nach dem Mauerfall natürlich nichts besseres zu tun als zu einem Gedenkgottesdienst in die nächste Kirche zu gehen. Erm … genau… hatte wohl eher etwas damit zu tun von wem man gefragt wurde ob man den mit “möchte”. Gruppenzwang und so…

In besagtem Gottesdienst - was hat Gott eigentlich mit der Mauer zu tun? Doch ich schweife wieder ab: Also in besagtem Gottesdienst wurden wir dann aufgefordert auf einen Zettel zu schreiben was wir uns für die Zukunft des geeinten deutschen Volkes wünschen. Da ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich mehr Gedanken im Sinne von “Mist, 10 Jahre Wiederaufbau und Verzicht” im Kopf hatte, spickte ich bei meinen Nachbarn zu meiner Linken: Sie: “Friede”, Er: “Freude”, Ich: “…” Ja, ihr denkt es euch schon. Ein kurzer Blick durch den Raum. Etwa 500 Anwesende. Man geht also in der Masse unter. Gedacht getan … und die Zettel wurde eingesammelt.

Etwa 60 Minuten später, gegen Ende des Gottesdienstes wurde den der Sack mit den Zetteln wieder herausgeholt und eine Freiwillige (etwa 14, aus dem Kirchenchor) durfte ein paar Zettel ziehen. Ihr ahnt es: Zettel 1: “Friede” las sie lächelnd vor. Zettel 2: “Freude” ein paar Kommentare liefen durch den Raum, nicht nur ich war “witzig”. Zettel 3: “Eierkuchen”. Der Pfarrer “stürmte” etwas … irritiert zu dem Mädchen und vermutete wohl Schabernack ihrerseits, aber da stand es blau auf weiss: “Eierkuchen”.

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Heute 20 Jahre später könnte ich selbst rückblickend nicht besser beschreiben was uns die Deutsche Einheit gebracht hat: “Friede, Freude, Eierkuchen”. Genau: Gespielte Einigkeit und eine schöne neue Welt …